Batterierecycling: Sicherheit bei Versuchen geht vor

24. Februar 2022
Beim Recycling von Lithium-Ionen-Batterien steht die Sicherheit von Mensch und Umwelt an erster Stelle. Dank des umfassenden und ausgeklügelten Sicherheitssystems genehmigte die zugelassene Überwachungsstelle (ZÜS) nun Versuche zum Batterierecycling unter Schutzatmosphäre im Test Center in Sonthofen.

Lithium-Ionen-Batterien spielen in vielen Bereichen des digitalen Lebens und insbesondere auf dem Weg zur Elektromobilität mittlerweile eine entscheidende Rolle. Für leistungsfähige Energiespeicher führt an Lithium und anderen seltenen Erden kein Weg vorbei. Eine nachhaltige Wertschöpfungskette setzt voraus, dass die Batterien recycelt werden – doch das ist nicht ganz ungefährlich: Denn selbst bei vollständig entladenen Batterien bleibt immer das Restrisiko, dass sie sich entzünden oder es zu einer Explosion kommt. Außerdem entstehen während der Wiederaufbereitung hochgiftige Stoffe, wie die extrem ätzende Flusssäure.

Gasdichte Prozesse schützen Mitarbeiter und Umwelt

Die offizielle Zulassung des Test Centers für Zerkleinerungsversuche mit Lithium-Ionen-Batterien war daher kein einfacher Prozess, wie Steffen Hinderer, Director Process Development bei BHS-Sonthofen, erklärt: „Es war anfangs gar nicht klar, welche Gefahrenstoffe entstehen und wie die beim Prozess entstehenden Abgase zusammengesetzt sind. Selbstverständlich haben wir penibel auf Sicherheit geachtet und jeden einzelnen Test mit den Behörden abgestimmt.“

Um die Sicherheit der Testanlage zu gewährleisten und Mitarbeiter zu schützen, entwickelte BHS-Sonthofen in Zusammenarbeit mit dem TÜV Süd und der ZÜS ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept: Zunächst prüft BHS, ob die zu schreddernden Batterien tatsächlich vollständig tiefenentladen sind. Beide eingesetzten Zerkleinerungsmaschinen von BHS – die Rotorschere (Typ VR) für die Vorzerkleinerung und der Universal-Shredder (Typ NGU) für die Hauptzerkleinerung des Materials – sind gasdicht ausgeführt und werden mit Stickstoff geflutet. Dadurch sinkt das Risiko von Explosionen und Bränden. Sensoren in den Zerkleinerern überwachen den gesamten Prozess. Bei einem plötzlichen Druck- oder Temperaturanstieg innerhalb der Maschinen reagiert die Steuerung und stoppt den Zerkleinerungsprozess automatisch. Im Falle eines Brandes können die Maschinen zudem komplett mit Wasser geflutet werden.

Gemeinsam mit TÜV und ZÜS für sichere Recyclingversuche

Auch bei der Lagerung und dem Transport des geschredderten Batteriematerials achtet BHS penibel auf Schutz von Mensch und Umwelt. Die zerkleinerten Batterien fallen direkt in UN-zertifizierte Fässer; ein hydraulisches Schiebersystem verhindert eine mögliche Kontamination der Umgebung. Dass sämtliche Mitarbeiter mit persönlicher Schutzausrüstung (PSA) ausgestattet sind und die Werksfeuerwehr bei jedem Test anwesend war, versteht sich von selbst. Damit der Sicherheitsstandard so hoch bleibt, wird die ZÜS einmal im Jahr Kontrollen durchführen und eventuelle Anpassungen des Verfahrens prüfen – etwa wenn BHS künftig Tests mit Feststoffbatterien durchführen sollte.

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