Druckdrehfilter wirtschaftlicher als Schälzentrifugen

Juni 2018
RPF-B16_2011-04_SUK_9273_hr.jpg
Filtratabflussrohre zum Steuerkopf im Innern der Filtertrommel eines Druckdrehfilters vom Typ RPF.
Jede Produktion strebt bei der Neuentwicklung von Prozessen höchstmögliche Effizienz an. Altanlagen und bereits definierte Abläufe werden seltener auf Optimierungsmöglichkeiten untersucht - dabei steckt gerade hier großes Potenzial. Für einen deutschen Hersteller von Lebensmittelzusatzstoffen hat BHS-Sonthofen einen bestehenden Filtrationsprozess unter die Lupe genommen. Das Ergebnis von Labor- und Pilotversuchen: Ein einziger Druckdrehfilter kann die drei bislang verwendeten Schälzentrifugen ersetzen.

Mit Versuchen zum Erfolg: Aus drei mach eins

Ein deutscher Hersteller von Lebensmittelzusatzstoffen setzte für einen Produktionsschritt bisher drei Schälzentrifugen ein. Diese sollten gegen drei neue, baugleiche Maschinen getauscht werden. Parallel ließ der Hersteller den Prozessschritt selbst von BHS-Sonthofen unter die Lupe nehmen. BHS stellte während der Analyse des Filtrationsprozesses fest, dass der Einsatz eines Druckdrehfilters deutliche Vorteile für den Anlagenbetreiber bietet: So benötigt dieses langsam drehende Einzelaggregat gegenüber drei schnell laufenden Zentrifugen einen weitaus geringeren Einsatz an Strom und Waschmitteln bei spürbar reduziertem Wartungsaufwand. Menge und Qualität der Ausbeute steigen hingegen beim Einsatz eines Druckdrehfilters deutlich.

Diese Annahme wurde zunächst durch Laborversuche verifiziert, die den zukünftigen Prozess im Kleinen nachstellten - und zwar direkt vor Ort beim Kunden. Das Ergebnis: Der Druckdrehfilter war gegenüber den Zentrifugen hinsichtlich Qualität und Effektivität der Kuchenwäsche klar im Vorteil. Die gemittelten Kuchenwaschwerte konnten um rund 90 Prozent verbessert werden -bei gleichzeitig verringerter Waschmittelmenge. Dank eines von Beginn an feststofffreien Filtrats fielen anders als bei den Zentrifugen keine Produktverluste an. Und mehr noch: Ein einzelner Filter konnte alle drei Zentrifugen ersetzen. Aufgrund der relativ geringen Antriebsleistung sank überdies der Energieverbrauch um rund 50 Prozent.

Im nächsten Schritt wurden die Laborversuche hochskaliert, um die Ergebnisse mithilfe einer per Bypass zugeschalteten Pilotanlage im Realbetrieb zu überprüfen. Ein Langzeitversuch über 24 Stunden bestätigte die Ergebnisse der Laborstellungen. Sein eindeutiges Resultat: Der Druckdrehfilter ist in allen Belangen die bessere Alternative.

Prozesse einfach, effizient und sicher machen

BHS-Sonthofen verfolgt bei derartigen Aufgabenstellungen einen ganzheitlichen Ansatz: ein optimal gestalteter, auf die individuellen Kundenanforderungen zugeschnittener Prozess sorgt sowohl für hohe Wirtschaftlichkeit als auch für die Entlastung beteiligter Mitarbeiter. Beim Austausch der drei Schälzentrifugen durch einen einzelnen Filter stand neben der Effizienzsteigerung die einfachere und sicherere Handhabung im Vordergrund. Die langsame Drehbewegung des Filters senkt das Sicherheitsrisiko für Produktionsmitarbeiter. Überdies sind keine speziellen Fundamente notwendig.

Der allgemeine Wartungsaufwand verringert sich bereits durch die Reduktion auf eine statt drei Maschinen. Im Gegensatz zu den Zentrifugen benötigt der Druckdrehfilter zudem weder regelmäßige TÜV-Prüfungen noch aufwendigen Reinigungsphasen oder gar Spezialisten für anfallende Wartungsarbeiten. Zeit- und Aufwandsersparnis für die Mitarbeiter machen nicht nur diesen Prozessschritt maximal effizient, sondern schaffen Raum für andere, wertigere Aufgaben, was die gesamte Produktionsleistung zusätzlich verbessert.

Individuelle Beratung - eine wichtige Kompetenz

Der Ansatz von BHS-Sonthofen besteht nicht im reinen Verkauf von Anlagen, sondern in der Begleitung des Kunden zu der für ihn individuell besten Lösung. Diese muss, je nach Kundenanforderung, nicht zwangsläufig deckungsgleich sein mit seiner primären Maschinenwahl - oft kennt er schlicht keine Alternativen. Wie im Falle des geplanten Austausches von alten gegen neue Zentrifugen kann sich im Prozessverlauf herausstellen, dass ein anderer Ansatz erhebliche Vorteile bietet. Wesentlicher Bestandteil der lösungsorientierten Beratung sind dabei die von BHS-Sonthofen durchgeführten Versuche. Diese werden im hauseigenen Labor oder vor Ort beim Kunden aufgesetzt und ermitteln, welches Verfahren bei Einsatz welcher Mittel den besten Erfolg erzielt. Bei Bedarf führt BHS weitere Versuche mit Pilotanlagen durch. "Wir verkaufen nichts von der Stange, jede Anlage ist auf die kundenspezifischen Bedürfnisse ausgerichtet", unterstreicht Matthias Rahmann, Area Sales Manager Filtrationstechnik bei BHS-Sonthofen. "Der Kunde erhält nicht nur einen Filter, sondern nutzt unsere langjährige Erfahrung in Kombination mit modernen Versuchsmethoden. So finden wir gemeinsam die beste Lösung. Der Druckdrehfilter etwa, eine seit Jahrzehnten bewährte Technologie, die wir entwickeln und permanent verbessern, kann in vielen Anwendungsbereichen für beträchtliche Effizienzsteigerung sorgen."